Mittelmeerkrankheiten – Wichtige Infos für Adoptanten

Unter dem Begriff „Mittelmeerkrankheiten“ versteht man eine Reihe von Infektionskrankheiten, die vor allem in südlichen Ländern Europas vorkommen.

Sie werden durch Parasiten wie Zecken, Mücken oder Sandfliegen übertragen und können verschiedene Organe befallen. Viele dieser Erkrankungen sind heute gut behandelbar, wenn sie frühzeitig erkannt werden.

 

Die wichtigsten Mittelmeerkrankheiten und ihre Symptome

Leishmaniose

Übertragung: Sandmücken

Symptome: Hautveränderungen, Haarausfall (besonders an Ohren, Nase, Augen), Gewichtsverlust, geschwollene Lymphknoten, Müdigkeit, Nierenprobleme

Behandlung: Medikamente wie Allopurinol, Miltefosin oder Glucantime; regelmäßige Blutkontrollen sind wichtig. Mit konsequenter Therapie können betroffene Hunde ein stabiles Leben führen. Purinarme Ernährung empfehlenswert. 

 

Ehrlichiose

Übertragung: Zecken

Symptome: Fieber, Nasenbluten, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Blutarmut

Behandlung: Antibiotikatherapie (meist Doxycyclin) über mehrere Wochen; regelmäßige Kontrollen werden empfohlen.

 

Babesiose

Übertragung: Zecken

Symptome: Fieber, Blässe der Schleimhäute, dunkler Urin, Schwäche

Behandlung: Medikamente wie Imidocarb oder Atovaquon-Proguanil, ergänzt durch Infusionen und Blutbildkontrollen.

 

Anaplasmose

Übertragung: Zecken

Symptome: Fieber, Gelenkschmerzen, Lahmheit, Mattigkeit

Behandlung: Antibiotika (meist Doxycyclin über 3–4 Wochen); regelmäßige Kontrollen werden empfohlen.

 

Dirofilariose (Herzwurmkrankheit)

Übertragung: Mücken

Symptome: Husten, Atemnot, Leistungsabfall, Herzprobleme

Behandlung: Abhängig vom Befall; medikamentöse oder langsam abtötende Therapie, in schweren Fällen operative Entfernung der Würmer.

 

Testung und Vorsorge

Unsere Hunde werden ab dem 8. Lebensmonat vor der Ausreise auf die gängigen Mittelmeerkrankheiten getestet.

Darüber hinaus werden sie in Griechenland einmal jährlich kontrolliert.

 

Testung bei Welpen und jungen Hunden

Bei Welpen oder sehr jungen Hunden ist eine Testung vor der Ausreise nicht zuverlässig, da noch keine Antikörper gebildet wurden.

Daher empfehlen wir:

Eine Testung ab dem 8. Lebensmonat oder 6–12 Monate nach Ankunft in Deutschland.

 

So kann sichergestellt werden, dass mögliche Infektionen, die erst später aktiv werden, rechtzeitig erkannt und behandelt werden.

 

Der richtige Tierarzt ist entscheidend

Nicht jeder Tierarzt hat Erfahrung mit diesen speziellen Erkrankungen.

Wir empfehlen, sich an einen Tierarzt mit Fachwissen im Bereich Mittelmeerkrankheiten zu wenden.

Mit der richtigen Betreuung, regelmäßigen Kontrollen und einer angepassten Therapie können betroffene Hunde in der Regel viele Jahre glücklich und beschwerdefrei leben.

 

Unser Ziel

Wir möchten unsere Adoptanten bestmöglich informieren, damit sie ihren neuen Begleitern die bestmögliche Vorsorge und Behandlung ermöglichen können.

Ein informierter Umgang mit dem Thema Mittelmeerkrankheiten schützt den Hund – und schenkt Sicherheit für ein gemeinsames, gesundes Leben.